Hamburg-Harburg,
Ev-Luth. Kirche St. Petrus
Disposition der Orgel II/14 (Lobback 2002)
| Manual
I C - g''' |
|
Manual
II C - g''' (Schwellwerk) |
| 1  |
Principal |
8' |
|
9  |
Rohrflöte |
8' |
| 2  |
Bordun |
8' |
|
10  |
Viola da Gamba |
8' |
| 3  |
Octave |
4' |
|
11  |
Flöte |
4' (überblasend) |
| 4  |
Trichterflöte |
2' |
|
12  |
Nasat |
2 2/3' |
| 5  |
Mixtur III-IV |
2' |
|
13  |
Terz |
1 3/5' |
|
|
|
14  |
Fagott-Oboe |
8' |
|
|
|
15  |
Tremulant |
| |
|
|
|
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| Pedalwerk
C - f' |
|
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| 6  |
Subbaß |
16'
| |
| 7  |
Principal |
8' X
| |
| 8  |
Gedacktbaß |
8'
| |
Koppeln: II - I 16', II - P 4', (1) II - I, II - P, I - P
Schleifenwindladen, mechanische Tasten- und Registertraktur, Manual
I und Pedal durchschoben, (2) X = Doppelschleife, (3)
Stimmung: Neuendeich I, Tonhöhe: a' - 440 Hz. bei 18° C,
Winddruck: I. Manual / Pedal: 75 mm WS, II. Manual: 80 mm WS
Disposition: Thomas Panfil, Hans-Jürgen Wulf, Christian Lobback
Gesamtplanung, Gehäuseentwurf und Mensuren: Christian Lobback
Projektleiter: Gerhard Wilkens
Technischer Grundstock, Orgelgehäuse: Gerhard Wilkens, Stefan
Müller, Dietmar Franke
Intonation: Uwe Holstein, Dietmar Franke
Detailzeichnungen: Hanna Landgraf
Controlling: Helga Lobback
1) Oktavkoppeln
Die Oktavkoppel wird manchmal mit der Oktavtransmission verwechselt.
Die Oktavkoppel betätigt über das Hebelsystem im Bereich des mechanischen
Koppelstocks die Tasten der höheren (Oberoktavkoppel) respektive
tieferen Oktave (Unteroktavkoppel) desselben oder eines anderen
Manuals oder des Pedals. Folglich gelangen damit die Pfeifen aller
auf dem betreffenden Manual gezogenen Register zur Ansprache. Oktavkoppeln
gab es bereits Mitte des 18. Jahrhunderts. Es ist also keineswegs
so, daß erst die romantische Orgel über Oktavkoppeln verfügt. Nebenbei
bemerkt ist auch der Schwellkasten bereits um 1730 von Christoph
Gottfried Schröter zuerst gebaut worden und somit keine Errungenschaft
der romantischen Orgel
2) Durchschobene Schleifenwindladen
Bis in die Barockzeit hinein haben Hauptwerk und Pedal häufig eine
gemeinsame Lade gehabt. Vor allem der norddeutsche Orgelbau hat
an dieser überaus sinnvollen Konstruktion lange festgehalten. Noch
heute zeigen uns bedeutende Orgelprospekte wie z.B. St. Johannis
Lüneburg oder St. Ansgari Bremen, daß die Pedaltürme - und damit
die Pedalladen - erst nach 1700 angebaut wurden. Die häufig anzutreffende
Meinung, durchschobene Laden seien der romantischen Orgel zuzuordnen,
ist daher unzutreffend.
3) Transmission (Doppelschleife)
Die ersten Transmissionen wurden in Deutschland bereits 1592 von
MICHAEL HIRSCHFELDER in Breslau gebaut. Die in der neuen Petrus-Orgel
angewendete Normaltransmission macht es möglich, daß Principal 8'
in Manual I mit Hilfe einer zweiten Schleife (daher der Name Doppelschleife)
autonom mit einem eigenen Registerzug im Pedal registriert werden
kann. Auch die seltener gebauten Oktavtransmissionen haben sich
über die Jahrhunderte durchaus bewährt und fördern bei intelligenter
Anwendung das künstlerische Orgelspiel.
Hanseatischer
Orgelbau im Licht des 21. Jahrhunderts
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